Reformierte Kirche Möhlin -
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Aus der Not eine Tugend machen – oder wie aus dem Fachkräftemangel ein Fasnachtsevent wurde.

Am 4. Februar feierten Pfrn. Nadja Huser und die 1. und 2. Klässler mit ihren Religionslehrerinnen Patricia Godena und Yvonne Moldehn einen bunten Fasnachtsgottesdienst in der reformierten Kirche. Für diesen Anlass wurde bereits im Unterricht fleissig gebastelt und gesungen.

Was macht man, wenn zu Beginn eines Schuljahres zu wenig ausgebildete Katechet:innen vorhanden sind, um bis in die untersten Schuljahrgänge regelmässigen Religionsunterricht anbieten zu können? Das reformierte Team musste sich im Frühling 2023 mit dieser Problematik befassen und entschied schweren Herzens, die 1. und 2. Klassen nur noch einmal statt zweimal monatlich zu unterrichten. Dafür wurden aber im Rahmen der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit verschiedene Events zum Mitmachen angeboten. Da lag es in einem „Fasnachts-verrücktem“ Dorf wie Möhlin nahe, etwas zum Thema Fasnacht zu organisieren. So kam es, dass zum ersten Mal in Möhlin auch ein Reformierter Fasnachts-Familiengottesdienst stattfand. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen bastelten die Kinder im Unterricht farbenfrohe Masken und übten Lieder für den Gottesdienst ein. Nebst der farbenfrohen Verkleidung wurde in Texten, Schnitzelbängg und Kurzpredigt von den Träumen, was man gerne sein würde, gesprochen. Fazit war mit den Worten aus Psalm 139,14: „Gott liebt dich genauso wie du bist – ungeschminkt und unverkleidet“. Der fröhliche Kindergesang füllte die Kirche und auch die Musik von Nicola und Chiara Cumer am Flügel und dem Cello war fastnächtlich fröhlich.

Im Anschluss an den Gottesdienst füllte sich auch der Gemeindesaal für einen bunten Chilekaffe bei Getränken und Fasnachtschüechli. Und mit einem „Augenzwinkern“ darf festgestellt werden, dass die Möhliner Reformierten sich an die gesamtschweizerische Tradition hielten und ihren Reformierten Fasnachtsgottesdienst eine Woche später feierten als den traditionell sehr beliebten Fasnachtsgottesdienst in der christkatholischen Kirche.

Andrea Giger, 5.2.24

unser neues Sigristinnenteam  (v.l. Angi Meiller, Patricia Ghilardi, Antonia Kopylenko) kam natürlich auch verkleidet.

v.l. Yvonne Moldehn, Pfrn. Nadja Huser, Patricia Godena

Wenn Jesus nach Möhlin käme …

In der Kulturreihe „FreiTagsZeit“ der beiden reformierten Kirchgemeinden Möhlin und Wegenstettertal spielte am Freitag die Formation „THEATERplus“ das Stück „Wer ist Er?“. Die Aufführung stiess auf grosses Interesse. Das seit 20 Jahren aktive Laientheater greift Sequenzen aus dem Alten und Neuen Testament auf und stellt sie in einen Kontext des 21. Jahrhunderts. Sie trat mit sieben Laienschauspielerinnen und -schauspieler auf Einladung der „FreiTagsZeit“ im reformierten Kirchgemeindehaus Möhlin auf. Die Gruppe formierte als Zweig von „Perspektive Leben“, die nach der Auflösung der landesweiten Organisation „Mut zur Gemeinde“, Nachfolgeprojekte aufgleiste. Sie vermitteln auf ihre Weise den Kirchgemeinden Impulse für das Gemeindeleben.

Die Gruppe, die in Möhlin auftragt, beeindruckte schon mal mit ihren Kulissen und der Bühneneinrichtung inklusive Verstärkeranlage, die sie mitgebracht hatte. In ihrer Aufführung verknüpfte sie zwei neutestamentliche Erzählungen, in denen sich Jesus auf überraschende Art Menschen offenbarte, die das keineswegs erwartet hatten: Dem Zöllner Zachäus, aktualisiert als Unternehmer im noblen Anzug, der seine Kunden mit Wucherpreisen abzockt und seine Mitarbeitenden verängstigt und an der kurzen Leine hält. Ausgerechnet von diesem asozialen Abzocker lässt sich Jesus gemäss den Evangelienberichten einladen und löst damit eine radikale Umkehr der Lebenshaltung des smarten aber skrupellosen Abzockers aus. Mit der Folge, dass dieser eine radikale Lebenswende vollzieht und sich an die Wiedergutmachung seiner früheren Wucherei macht. Der Auftritt von Jesus wurde dabei auf Möhlin verlegt. Durchgeschüttelt wird auch das Leben einer samaritanischen Frau, die sich Wasser an einem Brunnen ausserhalb des Dorfes holen will und dabei auf den „Propheten“ Jesus stösst. Er spricht sie auf ihr turbulentes Leben mit zahlreichen gescheiterten Beziehungen an, outet sich und löst in ihr ein inneres Erdbeben aus mit der Gewissheit, dass sie dem Messias begegnet ist.

Im Anschluss an die Aufführungen beantworteten die Mitglieder der Laiengruppe Fragen von Moderatorin und Organisatorin Barbara Maass und aus dem Publikum zu ihrer persönlichen Motivation und der Entstehung ihrer Theaterstücke. Die Freude daran, mit diesem Medium Inhalte zu vermitteln, die auch ihr persönliches Leben beeinflussen, war bei allen spürbar. Die bislang fünf Theaterproduktionen stammen aus der Feder von Ensemble-Mitgliedern, wie in der Fragerunde bekannt wurde.

Mit einem Apéro und angeregten Gesprächen endete der gelungene Kulturabend der beiden Kirchgemeinden. (im.)

Bilder und Text: Fritz Imhof, 28.1.24

5352: Zachäus und seine Mitarbeitenden erwarten den Einzug von Jesus

5362: Sequenz aus dem Spiel „Wer ist Er?“

5364: Die Laienspielgruppe THEATERplus schreibt ihre Stücke selbst und führt sie gemeinsam auf.

 

Bauernhofweihnacht – Die Reformierte Kirche Möhlin auf dem Weg nach «Bethlehem»

Letzten Sonntag feierten die Möhliner Reformierten eine stimmungsvolle «Bauernhofweihnacht». Gemeinsam hatte man sich vom Ort aus auf den Weg gemacht und Josef mit Maria zum Stall von «Bethlehem» auf dem Meler Feld begleitet. Unterwegs wurden an verschiedenen Stationen Lieder gesungen und die Weihnachtsgeschichte nachgestellt.

Traditionsgemäss wird am dritten Advent in der Reformierten Kirche Möhlin das weihnachtliche Krippenspiel aufgeführt. Dieses Jahr gab es kein Schauspiel in der Kirche, sondern ein gemeinsames frühabendliches Pilgern. Zahlreiche Reformierte begleiteten Josef und Maria vom Ortskern aus hinauf aufs Meler Feld, wo auf dem Lerchenhof der «Stall von Bethlehem» das Ziel der Pilgerschaar darstellte. Der einstündige Weg war zwar kalt, aber sehr stimmungsvoll. So wurden unterwegs – begleitet von einem Musikensemble der Musikgesellschaft Möhlin – Weihnachtslieder gesungen und an mehreren Stationen, z.B. einem wärmenden Lagerfeuer, die Geschichte der Geburt Jesu nachgespielt. Wer nicht mitlaufen konnte, durfte in einer Pferdekutsche mit Kutscher Viktor Senn aus Zeiningen mitfahren. Im weihnachtlich dekorierten «Stall von Bethlehem» endete zwar der Weg, jedoch ging der aussergewöhnliche Abend mit dem letzten Teil der Geschichte und anschliessendem Apéro noch weiter. Ein Höhepunkt war zum Schluss noch der Auftritt der drei Könige, welche in Begleitung von drei Alpakas vom Neuhof kamen und Geschenke verteilten. Beim gemütlichen Aufwärmen zwischen den verschiedenen Bauernhoftieren zeigte sich die verantwortliche Pfarrerin Nadja Huser mit ihrer ersten Bauernhofweihnacht rundherum zufrieden. Und auch die zahlreichen Reformierten und anderen Gäste freuten sich über dieses ganz spezielle Krippenspiel: «Es war einfach toll, mal etwas ganz anderes!» Gut möglich also, dass die Möhliner Bauernhofweihnacht eine Fortsetzung findet.

Birke Luu, 19.12.23

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