Reformierte Kirche Möhlin -
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Eine Kirche wird 75 – Sommerliches Jubiläumsfest

Letzten Sonntag feierte die Reformierte Kirche Möhlin das 75-jährige Bestehen ihres Kirchgebäudes mit einem fröhlichen Sommerfest auf der Kirchenwiese. Thematisch passend gab es unterschiedlichste Möglichkeiten, die Kirche neu zu entdecken und mehr über dieses Gebäude zu erfahren.

Statt des normalen Kirchwiesenfests wollten die Möhliner Reformierten diesen Sommer ein besonderes Jubiläumsfest ausrichten, schliesslich wurde ihr Kirchgebäude ganze 75 Jahre alt. Ein guter Anlass, um einmal die Aufmerksamkeit der Festgäste ganz genau auf dieses Gebäude zu richten, Einzelheiten wahrzunehmen und Neues zu entdecken. Letzten Sonntag war es dann so weit, das Jubiläumsfest lockte zahlreiche Gemeindeglieder und geladene Gäste in die erst vor kurzem frisch gestrichene Kirche. Im Gottesdienst erfuhren sie historische Hintergründe zum Kirchenbau und wodurch Architekten ein Gebäude zu einem sakralen Bau werden lassen: durch hohe Steinwände, eine runde Apsis vorne (in Möhlin ist sie allerdings eckig) und vor allem durch Licht, das von oben kommt und ein buntes, sich veränderndes Lichtspiel an die Wände wirft. Nach Apero und Sommerbuffet durften dann der Kirchturm bestiegen und die Glocken von Hand geläutet werden; andere Besucher genossen eine Orgelführung oder testeten ihre Kenntnisse beim Kirchen-Quiz. Als Höhepunkt des Jubiläumsfests konnten die Besucher am Nachmittag in ihrer Kirche einmal ein völlig anderes Programm erleben: Das Duo «Salto in Alto» präsentierte ein buntes Potpourri aus Akrobatik, Jonglage, Theater und Musik. Auf der Kirchenwiese ging dann das Programm weiter mit einem vielfältigen musikalischen Mix. Darbietungen der Musikschule Möhlin wechselten ab mit schwungvollen Beiträgen des Schwyzerörgeli-Quartetts «Echo vom Sunnenbärg». Dank des vielfältigen, unterhaltsamen Programms sowie einer grossen Portion Sonnenschein waren sich die Gäste am Ende des Fests alle einig: «Wunderbar! Eine grossartige Jubiläumsfeier!»

Birke Luu, 12.9.23

Grossartige Musik und Lyrik von Schutzsuchenden

Am 8. September fand im reformierten Kirchgemeindehaus in Zuzgen ein weiterer Anlass der Kulturreihe «FreiTagsZeit» der beiden reformierten Kirchgemeinden Möhlin und Wegenstettertal statt. Unter dem Titel» Hier spricht Musik» wurde ein Konzert von Musikerinnen und Musikern geboten, die als Schutzsuchenden bei uns sind.

Das Konzert startete mit dem afghanischen Gitarristen Saifullah Afzali und der japanischen Flötistin Ai Kitajima (Gesang, Blockflöte und Okarina). Sie ist keine geflüchtete Frau, ihre persönlichen familiären Erfahrungen mit den beiden Weltkriegen hat sie bewogen, beim Konzert mitzumachen. Ihre Lieder handelten von der Sehnsucht nach ihrem Vater, der im Krieg mit Amerika vor ihrer Geburt gestorben ist, und von der Geste eines Amerikaners, der «Braunäugige Puppen» als Friedenszeichen nach Japan geschickt hat. Das 3. Stück handelte von der Auswanderung aus finanzieller Not eines jungen Mädchens: «Rote Schuhe». Ihr mündlicher Friedenswunsch am Ende ihres Auftrittes an ihre ukrainischen Musikkolleginnen hat alle berührt.

Es folgten 2 Eigenkompositionen des Gitarristen Saifullah Afzali, dazu noch eine englische Melodie und ein rassiger Flamenco. Der studierte Musiker musste vor 4 Jahren aus Afghanistan flüchten, weil er in seiner Heimat an Mädchenschulen Musik unterrichtet hatte.

Das Streichquintett « Lviv Virtuosos» mit vier ukrainischen Musikerinnen und einem jungen Bassisten machte ihrem Namen alle Ehre: Sehr virtuos, und mit viel Freude spielten die musikalisch gut Ausgebildeten 4 Stücke von ukrainischen Komponisten aus der Klassik und der Frühromantik. Kompositionen, die sich mit bekannten westlichen Kompositionen absolut messen können. Das Streichquintett hat sich erst in der Schweiz zusammengefunden. Die Mitglieder äusserten sich sehr dankbar über die ihnen zugeteilte Gastfreundschaft und dass sie in Frieden und Selbstbestimmung bei uns leben und musizieren dürfen.

Die letzte Darbietung erbrachte der syrische Künstler Adel Alissa mit seiner Oud, der klassischen Laute aus Syrien. Die Stücke führten die Zuhörenden in die weiten Wüsten des Orients, in die Städte und Palmengärten, die der schreckliche Krieg alle verwüstet hat.

Die Musizierenden traten in Kleider aus ihrer Heimat auf und lasen zwischen den Musikstücken Texte in ihrer Muttersprache, die auf Deutsch übersetzt und vorgelesen wurden. Der Abend überraschte mit einer Vielfalt von Klängen, Instrumenten und Sprachen und wurde vom Publikum mit langem Applaus und einer Kollekte gebührend gewürdigt. Der anschliessende Apéro auf der Aussenterrasse bei mittlerweile angenehmen Temperaturen wurde gerne angenommen, bot er doch Gelegenheit, mit den Musizierenden in Kontakt zu kommen und mehr über deren Lebensumstände zu erfahren.

Die nächsten Anlässe: 1. Dezember Adventskonzert in der Kirche Möhlin, 26. Januar: Theater plus: Biblisches Theaterstück, ebenfalls in Möhlin.

Barbara Maass, 12.9.23

Gemeinsamer Waldgottesdienst im Wegenstettertal

Zum ersten Mal fand am Sonntag oberhalb des Spitzgrabens auf dem Chriesiberg oberhalb von Zuzgen ein gemeinsamer Waldgottesdienst der Kirchgemeinden Wegenstettertal und Möhlin statt. Der Gottesdienst fand bei idealen Wetterbedingungen unter der Leitung der beiden Pfarrerinnen Nadja Huser (Möhlin) und Irina van Bürck (Wegenstettertal) statt und stand unter dem Thema „Schöpfung“. Musikalisch begleitet wurde er von einer Auswahl der Jugendmusik Möhlin.

Dieser Gottesdienst war insofern ein Wagnis, als man gespannt sein durfte, ob nebst den Gemeindegliedern aus dem Wegenstettertal bei unsicherem Wetter auch solche aus Möhlin den Weg auf den Chriesiberg finden würden. Doch schliesslich kam eine ansehnliche Zahl von Besucherinnen und Besuchern aus beiden Gemeinden zusammen, die nebst den musikalischen Darbietungen auch in den Genuss einer anschaulichen Kurzpredigt von Pfarrerin Irina van Bürck über die Gleichnisrede von Jesus vom Säen und Ernten kamen. Originell baute die Pfarrerin am Beispiel eines Champagnerglas-Turms ihre Gedanken dazu auf mit der Konsequenz, dass sich Menschen, die etwas weitergeben wollen, auch von oben erfüllen lassen müssen. Zum Ausgleich gestaltete Pfarrerin Nadja Huser eine Meditation mit dem Ziel, den Ort im Wald mit allen Sinnen zu spüren. Im Anschluss daran gaben die Pfarrerinnen allen Teilnehmenden eine „Saatbombe“ mit auf den Weg. Sie konnte gleich im Wald eingepflanzt oder mit nach Hause genommen werden und gespannt sein, was daraus spriesst.

Nach einem mit Applaus belohnten Finale der Jungmusiker trafen sich die aktiven Mitglieder der beiden Kirchgemeinden zum Apéro und zum Grillieren auf dem von Sigrist Roger Leuenberger zubereiteten Feuer. Die gute Stimmung war garantiert.

Fritz Imhof, 04.07.23

zum Bild von F. Imhof: Die Jugendmusik Möhlin begleitete die Lieder und spielte dazwischen und am Schluss ausgewählte Kompositionen

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