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Bekanntgabe von Wahlen und Beschlüssen der Kirchgemeindeversammlung vom 13. Juni 2024

Die Kirchenpflege der Kirchgemeinde Möhlin gibt folgendes Wahlergebnis der Kirchgemeindeversammlung vom 13.06.2024 bekannt:

  • Das Protokoll der Kirchgemeindeversammlung vom 23. November 2023 wird einstimmig genehmigt.
  • Frau Barbara Pfund wird einstimmig als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission für die restliche Amtsperiode bis 31.12.2026 gewählt.
  • Die Versammlung nimmt die Kreditabrechnung Aussensanierung Kirche zur Kenntnis.
  • Der Antrag von Käthi und Edi Hilpert zur Äufnung eines Oiko-Kredits über CHF 20’000.00 wird mit 14 Stimmen abgelehnt bei 3 Jastimmen und 4 Enthaltungen.
  • Die Verwaltungs- und Bestandsrechnung 2023 wird einstimmig genehmigt. Der Mehrertrag von CHF 2’579.00 wird dem Fond für Ukraine-Hilfe gutgeschrieben.

Gegen Beschlüsse der Kirchgemeindeversammlung kann das Referendum ergriffen werden. Es ist innert 10 Tagen seit Beschlussfassung anzumelden und innert 30 Tagen seit Beschlussfassung einzureichen (§ 152 Kirchenordnung). Beschlüsse können mit Beschwerde innert 3 Tagen seit Bekanntgabe beim Kirchenrat angefochten werden (§§ 146, 147 Abs. 1 Kirchenordnung). Beschlüsse unterstehen auch der Stimmrechtsbeschwerde (§ 145 Kirchenordnung).

zum Foto: Kirchenpflegepräsident Claude Chautems begrüsst Barbara Pfund als neu gewählte Revisorin

Andrea Giger, 14.6.24

Eine (Zeit)-Reise der Reformierten in die Westschweiz

Einmal jährlich lädt die reformierte Kirchgemeinde ihre Generation 60+ zu einer «Fahrt ins Blaue» ein – die Teilnehmenden wissen dann nicht, wo es hingeht. Am 28. Mai ging es fröhlich gelaunt und bei schönstem Reisewetter in die Westschweiz. Das Tagesprogramm wurde von Pfarrer Kai Hinz minutiös vorbereitet und wie immer stand ihm Stefan Kaufmann (Kaufmann’s Schwarb Reisen) als Chauffeur zur Seite und dieser informierte mit seiner humorvollen Art über die Landschaft und Sehenswürdigkeiten der Umgebung.

Originalton Kaufmann: eine gute und eine schlechte Nachricht – die gute Nachricht sei, dass für den Ausflug der einzige Tag der Woche mit schönem Wetter ausgesucht wurde, die schlechte Nachricht sei, dass er leider der Kirchgemeinde den Pfarrer abwerben müsse, weil er ein so gut vorbereiteter Reiseleiter sei, dass er sogar das richtige Reisewetter organisiere. Durch das Waldenburgertal führte die Reise über den Hauenstein, vorbei an der Ruine Neu-Falkenstein bis nach Balsthal, wo im Hotel Kreuz bei Kaffee, Tee und Gipfeli eine kurze Pause eingelegt wurde. Mehrheitlich auf Landstrassen ging es dann Richtung Westschweiz, schnell war die Sprachgrenze erreicht. So mancher Strassenkreisel wurde zum Ratespiel, wo denn wohl die Reise hinführe – der Kreisel wurde durchaus auch mal ganz umrundet, um es spannender zu machen. Kurz vor dem Mittag erreichte die Reisegesellschaft die Ortschaft Saignelégier, welche bekannt ist für Landwirtschaft, Uhren, Käse und den «Marché-Concours national de chevaux», einem nationalen Pferdemarkt im August.

Kulinarischer Halt in der Bierbrauerei

Weniger bekannt, jedoch genauso beachtenswert ist die ansässige Bierbrauerei BFM (Brasserie des Franches Montagnes), welche zunehmend an Bekanntheit gewinnt. Der Bierbrauer, ein ehemaliger Nachbar von Pfarrer Kai Hinz aus seiner Diessenhofer Zeit, erklärte den Bierbrauprozess und informierte über die vielen verschiedenen Biersorten, die hier gebraut werden. Es blieb nicht bei der Theorie. In der dazugehörigen Brasserie wurden einige der Biersorten degustiert – dazu gab es ein feines Mittagessen, welches hervorragend zu den grosszügig ausgeschenkten Bieren passte.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit

Gut gestärkt und bepackt mit den im Shop erstandenen Bierspezialitäten ging es mit dem Car weiter zum Bahnhof von Saignelégier, wo bereits der nächste Höhepunkt auf die Gruppe wartete. 1892 wurde die Eisenbahnlinie der Saignelégier–La Chaux-de-Fonds-Bahn, einer Vorgängerin der Chemins de fer du Jura, eröffnet. Die Einweihung der Fortsetzung der Strecke durch den Régional Saignelégier–Glovelier erfolgte am 21. Mai 1904. Bahnliebhaber haben heute immer noch die Möglichkeit, eine Zeitreise in die Vergangenheit zu machen: auf den Gleisen stand der Nostalgiezug „Belle Epoque“ aus dem Jahr 1913 parat. Mit seinen zwei Triebwagen führte die „ruckelige“ Fahrt durch die schöne Landschaft der Jurahochfläche der nördlichen Freiberge nach Bollement. Dabei durfte ein feiner Apéro mit dem aus der Region bekannten «Tête de Moine» und einem regionalen Weisswein nicht fehlen.

Ehefrau, Sekretärin und Mitreisende entführt

Ein kleiner Zwischenhalt war nötig, um den Zug für die Rückfahrt in Fahrtrichtung umzurangieren, dann ging es nach Saignelégier zurück. Doch damit waren die Höhepunkte der Tagesreise noch nicht zu Ende: wie aus dem Nichts tauchte eine dreiköpfige Revolverbande auf Freibergerpferden auf und «überfiel» den Zug. Sie nahmen kurzerhand drei Reisende in Geiselhaft. Auf den Pferden trabten sie davon. Doch zum Glück war der Pfarrer vorbereitet, er führte den «Kirchenschatz» mit und konnte mit Chips, Wein und Gummibärchen sowie umkehrrelevanter Literatur die drei Frauen wieder auslösen, sodass sie wohlbehalten zum Zug zurückkehrten. Auch die restlichen Passagiere legten kräftig für das Lösegeld zusammen. Eine wunderbar inszenierte Szene, die alle hellauf begeisterte – nicht zuletzt die drei Entführten, die den kurzen Reitausflug sehr genossen. Wohlbehalten kehrten alle zum Ausgangsbahnhof zurück. Von dort aus ging es dann mit dem Car zurück nach Möhlin, wo sicher alle Mitreisenden noch lange von feinem Bier und einer Zugentführung erzählen können.

Danke, Pfarrer Kai Hinz, für einen wunderbaren 60+Tagesausflug!

zum Bild: Die Reisegruppe vor dem historischen Zug in Saingelégier

Bild und Text: Andrea Giger, 29.5.2024

Pfingsten einmal anders

Pfingsten steht für Aufbruch und Begeisterung. Dies nahmen sich die reformierten Kirchgemeinden Möhlin und Wegenstettertal zum Anlass, gemeinsam Pfingsten auf einer Wanderung zu feiern.

Punkt 10 Uhr trafen die Möhliner mit dem Postauto im reformierten Kirchgemeindezentrum in Zuzgen ein. Gemeinsam erlebten die Teilnehmenden aus den beiden Kirchgemeinden eine Kurzliturgie, die mit der Lesung des Pfingstereignisses begann. An Pfingsten hielten die Nachfolger Jesu an dem Versprechen fest, den Heiligen Geist zu empfangen und blieben zusammen, bis sich das eindrückliche Ereignis der Geistausgiessung mit besonderen Manifestationen und einem grossen spirituellen Aufbruch in Jerusalem ereignete. Im anschliessend gelesenen alttestamentliche Text  wird der Erzvater Jakob unterwegs am Fluss Pniel von einer Person angegriffen und in einen Kampf verwickelt. Im Kampf fordert ein Mann Jakob auf, ihn loszulassen, und verletzt ihn an der Hüfte. Jakob erkennt, dass hinter diesem Mann Gott steckt, und weigert sich trotz der Verletzung, ihn loszulassen, bis er von ihm gesegnet wird. Irina Schweighoffer-van Bürck lieferte dazu einen Impuls und gab der Gemeinde die Frage auf den Weg mit: Was sind wir bereit loszulassen, um Segen zu empfangen?

Nun machte sich die Gottesdienstgemeinde mit den beiden Pfarrerinnen auf den Weg nach Zeiningen, aufgeteilt in eine schweigende und eine miteinander plaudernde Gruppe. In der römisch-katholischen Kirche angekommen, wurden die Pilgernden von Cristina Raurich auf dem Organetto musikalisch empfangen und erlebten eine kurze Meditationszeit unter der Anleitung von Pfarrerin Nadja Huser.

Die Wallfahrt setzte sich hinauf Richtung Sonnenberg fort, entlang des Waldrands via Kym’s Hof bis zur reformierten Kirche in Möhlin. Einige nutzten den angebotenen Fahrdienst, andere das Fahrrad. In Möhlin angekommen, genossen die früh Eingetroffenen ein Konzert mit dem Musiker Nicola Cumer (Flügel) und seiner Tochter Chiara am Violoncello. Gemeinsam feierten sie das Abendmahl an den Tischen und genossen anschliessend einen Imbiss, zubereitet von der Kirchenpflegerin und Sigristin «Angie» Meiller. Insgesamt war der „Pfingstgottesdienst“ 2024 eine gelungene Premiere, die eigentlich 2025 eine Wiederholung erleben sollte.

Fritz Imhof, 21.05.24

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