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Von allen guten Geistern verlassen? – Ökum. Bettagsgottesdienst in Möhlin

Am 18. September wurde in Möhlin der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag traditionell in der Steinlihalle gefeiert. Rund 300 Personen fanden den Weg in die Turnhalle, um gemeinsam ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Ein grosses Helferteam rund um die drei Gottesdienstleiter, Christian Edringer, Kai Hinz und Markus Wentink bereitete eine abwechslungsreiche Feier vor. Musikalisch begleiteten die Musikgesellschaft Möhlin und die Chöre der drei Kirchen.

«Bist du denn von allen guten Geistern verlassen?» Mit dieser empörten (nicht ganz ernst gemeinten) Ansprache begrüsste Pfr. Edringer seinen neuen röm.-kath. Amtskollegen Markus Wentink, der sich nach dem Einzug nicht wie üblich in die Reihe der Mitwirkenden einreihte, sondern Platz bei der Musikgesellschaft nahm. Der «Verirrte» fand schliesslich seinen ordentlichen Platz. Der erfrischend lockere Dialog zwischen den drei Pfarrpersonen zog sich durch den ganzen Gottesdienst. In der Dialogpredigt ging Pfr. Hinz näher auf das Thema ein: sind Menschen nicht manchmal von allen guten Geistern verlassen? Oder werden wir die Geister, die wir riefen, einfach nicht mehr los? Oder fühlt man sich manchmal auch von Gottes Geist verlassen? Er nahm dazu Bezug auf den ersten Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth und ging auch darauf ein, dass es viele verschiedene Gaben bei uns Menschen gibt, dass wir aber durch einen Geist erfüllt sind. Und da spiele es auch keine Rolle mehr, so Pfr. Edringer, wenn sich einer einmal in der Gemeinschaft «verläuft» oder etwas falsch macht.

Ebenso erfrischend wie die Dialoge des ökum. Pfarrteams war auch der Gesang des ökumenischen Chores. Mit dem «Halleluja» aus der Missa Kwela gaben sie bereits einen Ausblick auf das für 2023 geplante gemeinsame Konzert. Die Musikgesellschaft ist inzwischen nicht mehr vom Bettagsgottesdienst wegzudenken, sie umrahmte mit schönen Musikwerken die Feier und begleitete den Gemeindegesang. Der Morgen klang aus mit einem Apéro im Freien und wer noch etwas Zeit hatte, konnte sich durch die Jugendmusik an deren «Spaghettata» verköstigen lassen.

Andrea Giger, 19.09.2022

Warum Religionsunterricht? Elternmorgen bei den Reformierten

Am vergangenen Samstag, 17. September fand in der reformierten Kirchgemeinde der «Marktplatz Religionsunterricht» statt. Seit einigen Jahren verzichtet das Team der Religionslehrerinnen auf die verschiedenen Stufen-Elternabende, sondern bereitet den Infomorgen am Samstagvormittag für alle Klassenstufen vor.

Das gesamte Team der Katechetinnen, Yvonne Blattner, Patricia Godena, Susanne Hirte und Yvonne Moldehn bereiteten verschiedene «Marktstände» vor, an denen sie den Besuchern und Besucherinnen die Lehrmaterialen und kreativen Ideen aus dem Unterricht zeigten und erklärten. Auch die Kinder waren willkommen. Begeistert spielten sie mit der Playmobil-Weihnachtskrippe oder zeichneten auf dem Tablet. Y. Blattner hatte für die kleineren Kinder eine Bastelarbeit und Malsachen parat. Und bei den Gesprächen konnte man sich mit Kaffee, Tee und Gipfeli stärken. Andrea Giger, die in der KG für die administrativen Arbeiten rund um den Religionsunterricht zuständig ist, erläuterte den Anwesenden in einer Präsentation den Aufbau des kirchlichen Religionsunterrichtes von der ersten bis zur neunten Klasse, informierte über die Inhalte und die Unterrichtsformen der Stufen PH 2-4.

Der Morgen fand Interesse bei vielen Eltern mit ihren Kindern. Zum ersten Mal anwesend war auch die neue Pfarrerin Nadja Huser, die seit September in der Kirchgemeinde arbeitet und zukünftig das Katechetinnen-Team leitet.

Andrea Giger, 19.09.2022

“Du darfst nun Deine Gemeinde prägen“ – offizielle Einsetzungsfeier für Pfarrerin Nadja Huser

zum Bild: Die Segensworte von Pfr. Kai Hinz und der Kirchenpflege

Letzten Sonntag wurde die neue Pfarrerin der Reformierten Kirche Möhlin im Rahmen eines Festgottesdienstes in ihr Amt eingeführt. Damit ist das Pfarrteam wieder komplett. Dies freut im Dorf der drei Kirchen zudem die Ökumene sowie die reformierten Nachbargemeinden.

MÖHLIN. Ein kurzweiliger Gottesdienst war es mit vielen verschiedenen Beteiligten. Festlich, aber nicht zu überladen. Für Nadja Huser war es die erste Pfarrstelle, die sie als frischgebackene Pfarrerin antreten durfte. Die Möhliner rekrutierten nämlich die 30-jährige Reinacherin, die momentan in Basel wohnt, direkt aus ihrem Vikariat heraus. Am vergangenen Sonntag nun fand ihre festliche Amtseinsetzung statt. Ein grosser Tag für die junge Pfarrerin, ein kleiner Neubeginn für ihre Möhliner Kirchgemeinde. Denn, wie Vizedekanin Noemi Breda betonte: «Wir Menschen sind alle Unikate. Du darfst nun mit Deiner Einzigartigkeit Deine Gemeinde prägen.» Darauf freut sich auch Pfarrkollege Kai Hinz, der einige Monate allein für die Möhliner Reformierten da war. «Ich bin froh, dass die Pfarraufgaben nun wieder auf zwei Schultern verteilt werden, denn allein konnte ich einfach nicht alles abdecken.»

Von grösserer Bedeutung

Betrachtet man einmal genauer, wer alles beim Festgottesdienst zugegen war, dann scheinen nicht nur die Möhliner Reformierten auf die neue Pfarrerin gewartet zu haben. Anwesend waren aus Möhlin auch Vertreter der politischen Gemeinde sowie der örtlichen Ökumene. Zudem kamen sowohl eine Delegation der reformierten Nachbargemeinde Rheinfelden als auch reformierte Vertreter aus dem Wegenstettertal. Dies zeigt, welche überörtlichen und überkonfessionellen Kreise solch ein Pfarrwechsel zieht, welche Bedeutung den Kirchen in Möhlin auch heute zukommt. Mit den Grussworten des Möhliner Gemeindeammanns Markus Fäs: «Im Dorf der drei Kirchen spielt die Ökumene eine grosse Rolle. Man hat Respekt und Sympathie füreinander. Nadja Huser, sie dürfen das Vertrauen haben, dort gut aufgenommen zu werden.» Und auch Pfarrerin Christine Ruszkowski aus Rheinfelden wies auf die gute Zusammenarbeit der hiesigen reformierten Kirchgemeinden hin und versprach, weiterhin ein offenes Ohr für gemeinsame regionale Projekte zu haben. Und was sagt die Neu-Pfarrerin Nadja Huser? «Dies war ein wichtiger Tag für mich. Ich fühle mich beflügelt und freue mich auf meine neue Rolle als Möhliner Pfarrerin. Ich sehe wohl jung aus, da erwarten viele Menschen nicht so viel, aber spirituelle Entwicklung hat nichts mit dem Alter zu tun.» Als Pfarrerin muss Nadja Huser ihren Weg nun finden. Doch egal, wo er sie hinführen wird, es werden wohl immer ökumenische und regionale Schritte mit dabei sein.

Im Anschluss an die offizielle Einsetzungsfeier konnten die Gemeindeglieder ihre neue Pfarrerin beim jährlichen Kirchwiesenfest noch genauer kennenlernen.

Birke Luu, 4.09.2022

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