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Von der Jungfrau Maria bis zur Grossmutter von Donald Trump

Mit Spannung erwarteten rund 30 Besucherinnen und Besucher am Freitagabend die Lesungen des Buchautors, Texters und Satirikers Willi Näf im Reformierten Gemeindezentrum in Zuzgen.  Die Teilnehmenden liessen sich in die spannenden Biografien und fiktiven Interviews von elf prominenten Verstorbenen hineinnehmen, die Willi Näf im Buch „Seit ich tot bin, kann ich damit leben“ aufgezeichnet hat. Es geht darin um so unterschiedliche Persönlichkeiten wie die Grossmutter von Donald Trump, das entführte Kleinkind des Flugpioniers Charles Lindbergh oder einer Überlebenden des dramatischen Trecks über den Donner-Pass in den Rocky Mountains. Die Interviews las der Autor zusammen mit seiner Tochter Leonie.

 Beide starteten mit einem fiktiven Interview mit der „Jungfrau Maria“, das Näf für die Schweiz am Wochenende auf die Anfrage, eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben, verfasst hatte. Der Autor mit Appenzeller Wurzeln verstand es, sensibel und dennoch mit Witz die „Jungfrau“ Maria vorzustellen. Wie musste sie ihre Schwangerschaft in einem Provinzdorf erklären, wo man sich gegenseitig kannte und kontrollierte?! Wie konnte sie das ihrem Verlobten Josef erklären? Die Personen, die Willi Näf im Jenseits fiktiv Interviewt hat, platzierte er weder im Himmel noch in der Hölle. Er stellte diese als Menschen an einem Ort vor, der eine Fortsetzung ihres Lebens bedeutet, mit den positiven wie negativen Folgen ihrer irdischen Existenz. Der Autor glänzte dabei mit Sprachwitz und Einfallsreichtum, was mit mehrfachem Applaus quittiert wurde. Die Thematik eines Lebens nach der irdischen Existenz hatte offensichtlich etliche motiviert, am gut besuchten Anlass teilzunehmen.

Der Abend fand im Rahmen der Reihe „FreitagsZeit“ der beiden Kirchgemeinden Möhlin und Wegenstettertal statt. Er klang dann erst allmählich aus, da ein von, Kirchenpflegerin und Mit-Organisatorin Maya Boss zubereiteter Apéro den Austausch über den Abend und das Gespräch mit dem Autor ganz wesentlich förderte.

Bild: Autor Willi Näf las zusammen mit seiner Tochter Leonie. 

Bild und Text: Fritz Imhof, 24.10.22

Chilezmorge nicht mehr wegzudenken

Einmal monatlich am Dienstagmorgen bereiten Monika Weibel und Wolfgang Seiring liebevoll den Chilezmorge vor. Mit einem feinen Zmorgebuffet und auch viel selbstgemachter Konfitüre verwöhnen sie die Gäste. Pfrn. Nadja Huser und Pfr. Kai Hinz kommen, wenn immer möglich, dazu und liefern dann gerne noch «geistige» Nahrung. Und so manches mal wird auch ein Morgenlied gesungen. Dass dieser Anlass beliebt ist, zeigt die steigende Zahl Besuchender. Der Chilezmorge ist aus dem monatlichen Veranstaltungskalender der Kirchgemeinde nicht mehr wegzudenken.

A. Giger, 19.10.22

Abrahams Kinder

Am Freitag, 23. September, fand im Rahmen der Kulturreihe „FreiTagsZeit“ der reformierten Kirchgemeinden Möhlin und Wegenstettertal ein Theaterabend in der ref. Kirche Möhlin statt.

Grossartig! Das trifft es im Kürzesten, um den Theatermonolog mit der musikalischen Untermalung zu umschreiben. Der Schauspieler Rainer Frank und der Musiker Martin Engelbach führte unter der Regie: von Andreas Sigrist ein Stück auf, das die Existenz der drei Religionen Judentum, Islam und Christentum und das ewige Thema des Einzigen Gottes zu erklären versucht. Rainer Frank entführte das Publikum einerseits auf eine Reise in den Nahen Osten der Vergangenheit, auch seiner eigenen, andererseits in die Geschichten des alten Testamentes, in die Suren des Korans und die Texte der Thora. Das 2-stündige Stück hielt das Publikum in Atem, weckte Neugierde und Betroffenheit. Dass Stück informiert subtil und respektvoll und mit Fachwissen um die 3 Religionen und deren Schriften. Trotzdem besteht nie der Anspruch des alleinigen Wissens über die Geschichte, immer bleiben Fragen oder es tauchen neue auf. Der Schwerpunkt liegt auf den Gemeinsamkeiten der 3 Religionen. Das Publikum, welches sich auf Stühlen im Altarraum gegenübersass, erlebte in einem fast intimen Rahmen hautnah höchste Schauspielkunst. Die Kirche diente als Bühne, als einziges Requisit dienten Stühle, welche sowohl Orte wie auch Menschen und Gastfreundschaft darstellten. Die subtilen, auf diversen Instrumenten gespielten Musikstücke boten stimmungsvolle Hintergrundteppiche, die das Geschehen wirkungsvoll unterstützten. Nach einem langanhaltenden Applaus waren die Anwesenden zu einem Apéro eingeladen, um sich über das Erlebte auszutauschen. Viele nutzten die Gelegenheit, sich mit Schauspieler, Musiker und Regisseur zu unterhalten.

Nächster Anlass der Reihe FreiTagsZeit: 21. Oktober in Zuzgen, Lesung Willy Näf

Barbara Maass, 25.09.2022

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