Reformierte Kirche Möhlin -
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Kirche einmal anders erlebt

An der fünften «Langen Nacht der Kirchen» öffneten am 23. Mai 2025 auch in Möhlin die die römisch-katholische und die reformierte Kirchen Türen und Tore um das vielfältige Wirken, die bunte Kultur und kirchliche Gastfreundschaft zu feiern und dazu einzuladen, Kirche einmal anders zu erleben mit einem abwechslungsreichen Abendprogramm.

In der römisch-katholischen Kirche war es möglich, den Glockenturm zu besteigen. Dies wurde sehr rege genutzt. Über eine steile Leiter gelangte man zu den fünf Glocken, und einige konnten es sich nicht verkneifen, eine davon anzuschlagen. Die Organistin zeigte Interessierten die Orgel und auch diese durfte ausprobiert werden. In der Sakristei konnte man den Kirchenschatz bewundern. Als Höhepunkt des Abends fand dann das Konzert «Klangtastisch – Mundartpop mit Dani Kalt und Chor» statt. Die A-Capella-Lieder in Mundart begeisterten das zahlreiche Publikum und langanhaltender Applaus verlangte nach einer Zugabe.

Das Chilebeizli wurde wegen des schönen Wetters kurzerhand ins Freie verlegt. An Stecken konnte man Cervelats am offenen Feuer braten und diese dann mit Hörnlisalat oder Brot geniessen. Am Feuer und an den Tischen wurde geredet und gelacht, bis dann die kühle Nacht das Fest beendete – zumindest für die Erwachsenen! Für rund 40 Jugendliche wurde es dann wirklich eine lange Nacht, sie durften in der Kirche übernachten und den Anlass mit einem feinen Zmorge abschliessen.

In der reformierten Kirche boten Jugendliche gemeinsam mit Katechetin Susanne Hirte verschiedene Posten zum Thema «Staunen und Wundern» in und um die Kirche an, u.a. Experimente mit Schwarzlicht, Illusionen unter dem Mikroskop, Brausepulver herstellen und mehr. Die Jugendlichen, Erwachsenen und Familien, die diese Posten besuchten, staunten, und von den Jugendlichen war öfter zu hören «cool!». Auch die Glocken der reformierten Kirche durften besichtigt und sogar angeschlagen werden. Leise Töne gab es dann gegen 21.15 Uhr in der Kirche, Gemeindehelferin Susanne Müller führte in einer Meditation ins Sternen-Wunderland.

Edith Keller, 24.5.25

Ein buntes Programm voller Emotionen

Osterwochenende der reformierten Kirche, Möhlin
Das Osterwochenende der Reformierten Kirche Möhlin versprach ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl Freude als auch Besinnlichkeit vereinte. Der Karfreitag begann mit einem Gottesdienst von Pfarrerin Nadja Huser, der vom Umgang mit den Ängsten und dem Leid auf der Welt geprägt war. Dieser Morgen lud die BesucherInnen ein, innezuhalten und über ihre Ängste und Sorgen nachzudenken. Gleichzeitig lernten sie bei einem Filmausschnitt von Harry Potter, dass man Ängsten am besten mit Humor begegnet; nämlich dem Riddikuluszauber. Dieser Gottesdienst wurde mit Gesang von Andrea Giger umrahmt.
Der Samstag bot einen besonderen Höhepunkt am Abend: einen Stationenweg, organisiert von Andrea Giger und Angie Meiller, welcher die Teilnehmer durch verschiedene Stationen der Osterbotschaft führte. Es begann mit einer kleinen Meditation, danach wurde die Leidens- und Ostergeschichte an 6 Stationen erzählt. Als Zeichen der Auferstehung wurden Sonnenblumensamen gepflanzt. Das Osterfeuer sandte Fürbitten mit der Glut in den Himmel. Anschliessend versammelten sich die Teilnehmer um das Osterfeuer, an dem sie die Wärme und das Licht des Feuers geniessen konnten – ein Symbol für neues Leben und Hoffnung. Natürlich durfte dabei eine Wurst vom Feuer und Schlangenbrot nicht fehlen.
Der Ostersonntag wurde mit einem festlichen Gottesdienst, umrahmt vom reformierten Kirchenchor mit dem Chorleiter Nicola Cumer, Chiara Cumer am Cello, Marianna Matus an der Geige und Pau Benlloch Fernandez am Klavier, musikalisch gefeiert. Die neue Osterkerze, welche die Pfarrerin Nadja Huser entzündete, steht für das Licht, das in die Dunkelheit kommt und an die Auferstehung erinnert. Es war ein Moment der Freude und des Neubeginns. Der gemeinsame Brunch nach dem Gottesdienst lud ein zum Austausch und für die Kinder hatte der Osterhase noch einige Schoggihasen und Eier auf der Kirchenwiese versteckt. Ein grosser Dank geht an alle helfenden Hände ohne die, dieses schöne Wochenende nicht hätte stattfinden können.
Es war ein Wochenende voller Hoffnung, Licht und Gemeinschaft.

Text und Bilder: Claudia Sedelmeier und Dani Martin, April 2025

Kästner und Busch einmal anders

Der norddeutsche Musiker und Rezitator Ihno Tjark Folkerts begeisterte an zwei Konzerten in Zuzgen und Möhlin mit Rezitationen von Wilhelm Busch und Erich Kästner und spielte dazu passende Stücke auf der Sologeige und der Bratsche.

Ihno Tjark Folkerts ist ein vielseitiger Künstler, der als Geiger, Schauspieler und Rezitator auftritt. In seinen Programmen verbindet er klassische Musik mit literarischen Werken und schafft so eine besondere Symbiose aus Musik und Literatur. Dem reformierten Pfarrer Kai Hinz ist es gelungen, den Künstler aus Norddeutschland ins Fricktal zu lotsen.

«Die Dreizehn Monate»

Mit diesem Programm trat Folkerts am Montag im reformierten Kirchgemeindezentrum Zuzgen auf sowohl als Violinist als auch als Rezitator auf. Er präsentierte Werke für Violine solo von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann sowie eigene Arrangements von Kompositionen von Jules Massenet, Antonín Dvořák, Wolfgang Amadeus Mozart und Pjotr Tschaikowski. Diese musikalischen Stücke kombinierte er mit dem Gedichtzyklus «Die Dreizehn Monate» von Erich Kästner aus dem Jahr 1954. Die teils heiteren, teils melancholischen Gedichte wurden durch die klassischen Geigensoli intensiviert und verschmolzen zu einem beeindruckenden Gesamterlebnis. Dass das begeisterte Publikum Zugaben wünschte, war kein Wunder, und es wurde einmal mehr davon überrascht.

«Wilhelm Busch trifft Klassik»

Dieses Programm bot Folkerts am Dienstag im Rahmen der Veranstaltung von 60+ im reformierten Kirchgemeindesaal in Möhlin an. Hier präsentierte Folkerts die verschiedenen Facetten von Wilhelm Busch: Er las unter anderem aus Briefen Buschs an Maria Anderson, seiner platonischen Geliebten vor, und trug humorvolle Geschichten wie «Die Versuchungen des Heiligen Antonius von Padua» vor. Musikalisch untermalte er das Programm mit Werken von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Ferdinand David, Bartolomeo Campagnoli, Antonín Dvořák, Niccolò Paganini und Camille Saint-Saëns. Sie wurden teilweise von Folkerts für Solovioline bearbeitet. Diese Kombination aus Schauspiel, Lesung und virtuoser Musik bot dem Publikum einen doppelten Genuss.

Unterbrochen wurden die beiden Konzerte mit einem feinen Apéro mit Weisswein, Apfelsecco und Gebäck in Zuzgen, zubereitet von der Kirchenpflege und in Möhlin mit Pausengetränken und nach dem Konzert mit Kaffee mit Kuchen.

Text und Titelbild Fritz Imhof, 12.3.2025

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