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Wenn Trommeln eine Kirche verwandeln

Schon beim Einzug war klar: Dieser Weltgebetstag würde besonders werden. Mit Trommelrhythmen, Gesang und spürbarer Freude zog Priester Godwin Ukatu gemeinsam mit seinen Landsmännern und Landsfrauen der Anambra People Association sowie dem ökumenischen Vorbereitungsteam in die Kirche ein. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus Möhlin und dem ganzen Tal waren gekommen, um den Weltgebetstag mitzufeiern – in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Nigeria. Die Musik erfüllte den Raum und verwandelte ihn in einen lebendigen Ort des Gebets. Viele spürten: Hier entsteht Gemeinschaft über Kulturen hinweg.

Besonders unter die Haut ging eine Geschichte aus Ukatus Heimatdorf. Vorgelesen wurde sie von einer Frau aus Nigeria und einer Schweizerin, die mit einem Nigerianer verheiratet ist. Die Erzählung schilderte die zerstörerische Kraft eines Krieges – und zugleich die Stärke einer Frau, die Hoffnung und Zusammenhalt für ein ganzes Dorf bewahrt. Auch die Fürbitten, Gebete und der Segen stammten aus den Texten der Frauen aus Nigeria. Sie erinnerten daran, dass der Weltgebetstag Menschen weltweit verbindet: informiert beten und betend handeln.

Nach dem Gottesdienst zog die inzwischen zur Gemeinschaft gewordene Schar mit Trommelklängen weiter in den Kirchgemeindesaal. Dort warteten afrikanische Spezialitäten, lebendige Gespräche und viele Begegnungen. Am Ende durfte sich das Vorbereitungsteam über ein erfreuliches Spendenergebnis von CHF 1262 freuen.

Und bereits jetzt richtet sich der Blick nach vorne: Im kommenden Jahr feiert der Weltgebetstag sein 100-jähriges Jubiläum. Wer bei der Vorbereitung mithelfen möchte, kann sich bei Kristin Gnodtke melden.

Hannah Audebert, 19.3.26

Encuentros – das Leben feiern

Mit dem Projekt «Encuentros», welches fünf verschiedene Chöre vereint, startete der reformierte Kirchenchor Möhlin am Samstag, 24. Januar 2026 mit grossem Erfolg in sein 100-jähriges Jubiläumsjahr. In der vollbesetzten Kirche sprang der Funke rasch auf das gespannte Publikum über und endete in einem fröhlichen Fest der Musik.

Was mit einer einfachen Anfrage von Isabel Torres vor etlichen Monaten in einer Chorprobe des reformierten Kirchenchors Möhlin begann, wuchs in mehreren intensiven Proben zu einem grossen Ensemble von insgesamt etwa 100 Musizierenden zusammen. Zunächst gab es immer nur einige kleine Ausschnitte aus uns unbekannten Liedern in ungewohnten Sprachen, doch im Laufe der Zeit wurden die Melodien vertrauter, die Abläufe geschmeidiger und die Freude grösser. Da sowohl in Basel als auch in Möhlin das gleiche Programm aufgeführt wird, wurde Mitte Januar in einer fünfstündigen Probe in der Pauluskirche erstmals sichtbar, wie das ganze Projekt schliesslich aussehen würde.

Musik und Bewegung als übergreifendes Thema

Bei einigen Liedern regen schon die Rhythmen zum Mitmachen an, weshalb Isabel Torres einfache, aber mitreissende Choreografien dazu gestaltet hat. Das Möhliner Publikum merkte dies rasch, denn schon nach den ersten, sehr ungewohnten Klängen wie Zischen, Säuseln oder nachgeahmten Windgeräuschen sollten alle den beginnenden Herz-Rhythmus mitschlagen. Es war sehr eindrücklich, als die Anwesenden in der ruhigen Kirche plötzlich im gleichen Pulsschlag vereint waren! Anschliessend sang der Kinderchor nicht nur das Lied «Schwesterlein» (J. Brahms) in berührender Weise und mit spielerischen Elementen ergänzt, sondern gestaltete auch «Becoming You» (Bethany Main) mit vielen farbigen Tüchern zu einem Erlebnis für die Augen und Ohren.

Bekannte Melodien steigern sich zum musikalisch-bunten Fest

Isabel Torres hat für dieses Konzertprojekt verschiedene bekannte Melodien wie «Rainbow Connection», «Circle of Life» oder auch «Viva la Vida» zusammengestellt – jedes davon feiert einen Aspekt des Lebens. Mit dem suahelischen Lied «Kuimba» kam Farbe und Lebensfreude ins Spiel: alle Sängerinnen und Sänger banden sich einen farbigen Schal aus Kenia um und bewegten sich singend durch das Kirchenschiff zurück zum Altarraum, wo das fröhliche Fest das Publikum vollends entfesselte. Mit einer kolumbianischen «Cumbia», einem fröhlichen Tanz, bei dem auch die Mutter, die Schwester und die Tochter von Isabel Torres mitwirkten, endete das Konzert in Möhlin. Das Publikum dankte den Musizierenden und den Tänzerinnen mit stehenden Ovationen – die fröhlichen Melodien und die Atmosphäre dieses Abends werden sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Wer das zweite Konzert miterleben möchte, hat dazu am Samstag, den 31. Januar 2026 um 18.00 Uhr in der Pauluskirche Basel die Gelegenheit. Es lohnt sich!

Astrid Pfoster, 26.1.26

Fotos: Alfred und Alexandra Giger

Bauernhofweihnacht – ein Krippenspiel der besonderen Art

Am Sonntag Abend fand auf dem Eulenhof in Möhlin eine aussergewöhnliche Weihnachtsfeier der reformierten Kirche statt. 

Ein Engel erschien und verkündete über 100 Zuschauern die Geburt des Retters, des Königs der Liebe und der Herzen. Die Menschenmasse machte sich auf den Weg und folgten dem Engel (Pfarrerin Nadja Huser) und dem Stern von Bethlehem. An verschiedenen Stationen rund um den Eulenhof wurde die frohe Botschaft dem ganzen Volk verkündet. Die Menge pilgerte zu den Hirten auf dem Feld für die Verkündung und sogar die Gärtner wurden informiert, die auf dem Eulenhof viel Arbeit haben.  Die drei Könige, kamen den weiten Weg mit ihren Pferden angeritten. Die Rollen wurden hauptsächlich von den Religionsschülern der dritten Klasse und von Freiwilligen gespielt. Es wurden Weihnachtslieder gesungen, welche von der Musikgesellschaft Möhlin begleitet wurden. Am Schluss beim Stall angekommen, fand man das Jesus Kind, in einer Futterkrippe liegen, eingewickelt in eine Stoffwindel. Eine stille Erinnerung, dass weniger oft mehr bedeutet – dies vergisst man gern in der hektischen Adventszeit. Advent bedeutet Vorfreude und Ankommen – in Liebe und Frieden.

Zur Feier gab es in der Scheune Punsch und Gebäck, vorbereitet von Freiwilligen der reformierten Kirche. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Helferinnen und Helfer, besonders an Edi und Käthy Hilpert, für die Realisierung dieses besonderen Anlasses auf dem Eulenhof.

Susanne Müller, 16.12.25

Fotos zVg

 

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